Fladenbrot

Fladenbrot aus Weizenmehl habe ich in Indien kennen und lieben gelernt. In Nordindien isst man Fladenbrot, in Südindien Reis. In Goa beides.

Der normale Inder hat keinen Backofen, also wird das Brot auf der Herdplatte, in einer Pfanne, gebacken oder frittiert, mit dementsprechendem Rauch und Gestank. Ausnahme ist das Tandoori Naan, aber dazu braucht man einen Tandoori-Backofen, den die normale Familie nicht hat.

Das einfachste Fladenbrot ist Chapati, das ich unten beschreibe. Komplizierter ist Paratha – das kann eine komplette Mahlzeit sein, und ich beschreibe es hier nicht. Puri wird aus Chapati-Teig gemacht, aber frittiert – dann geht es ballonartig auf. Und dann beschreibe ich, wie ich, da ich einen Backofen mit Grillfuntion besitze, Fladenbrot mache.
Chapati

Der Inder verwendet, wenn er kann, eine beschichtete Chapati-Pfanne, das ist eine gebogene Pfanne. Eine normale beschichtete Pfanne geht auch. Der Inder kauft spezielles Chapati-Mehl. Das gibt es in Deutschland sowieso nicht, deshalb nehme ich normales Weizenmehl.

Ich brauche eine Knetschüssel, ein Nudelholz oder sonst irgendwas zum Ausrollen (Weinflasche geht auch) und die Pfanne.
Zutaten

ca. 500g Weizenmehl
Wasser
1 Teelöffel Salz

Mehl und Salz mit Wasser zu einem ziemlich festen Teig verkneten. Der Teig soll so sein, dass er sich gerade so ohne Mehl ausrollen lässt. Eine normale Küchenmaschine kann einen so festen Teig nicht kneten, also ist Handarbeit angesagt.

Die Pfanne auf den Herd, und sehr heiß werden lassen. Wenn nicht so heiß, wird das Ergebnis hart.

Jeweils ein Stück Teig rund und sehr dünn ausrollen, und auf der Pfanne kurz von beiden Seiten backen. Es funktioniert, wenn der Teig Blasen wirft und ein paar Stellen anbrennen, aber nicht mehr.
Mein Fladenbrot

Wie gesagt – ich lebe in Deutschland, habe einen Backofen mit Grillfunktion, und bin faul. Ein Nudelholz habe ich auch.
Zutaten

ca. 500g Weizenmehl
Wasser, lauwarm
1 Päckchen Trockenhefe
1 Teelöffel Salz
Backpapier

Die Zutaten wieder zu einem sehr festen Teig verkneten und zugedeckt mindestens eine Stunde gehen lassen. Den Grill auf höchster Stufe einschalten. Ein Stück Teig auf der Arbeitsplatte sehr dünn ausrollen und in ca. 8x8cm große Stücke schneiden. Backpapier aufs Backblech, Backblech in den Backofen – ziemlich weit oben, also nahe an den Grill. Das nächste Stück Teig ausrollen.

Wenn die Fladen sich wölben und erste braune Stellen zeigen, wenden. Die Rückseite geht jetzt sehr schnell, also aufpassen dass nichts anbrennt. Auch das Backpapier kann unterm Grill Feuer fangen. Weiter mit dem Rest des Teigs.

Wer das mal probiert hat, kann experimentieren. Gut schmecken getrocknete Kräuter wie Oregano im Teig. Auch gut schmecken Leinsamen oder Sesamkörner, allerdings gehen die Fladen dann nicht so schön auf.

Ich esse die Fladen z.B. mit Linsen, aber Gulasch geht auch gut. Der Fladen wird anstelle von Besteck verwendet.

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